Aktuelle Lage Gewerbegebiet Wunstorf-Süd

Ergebnisse der Infromationsveranstaltung der CDU Luthe

Über 40 Mitbürgerinnen und Mitbürger nutzen die Gelegenheit, sich bei der vom CDU-Ortsverband Luthe organisierten Veranstaltung über die Pläne zur Weiterentwicklung des Gewerbeparks Wunstorf-Süd zu informieren.
Zunächst trug Herr Pfadenhauer von der Stadt Wunstorf noch einmal die auch bereits u. a. im Ortsrat Luthe vorgestellten Pläne, die zunächst einen Grundsatzbeschluss zur weiteren genauen Prüfung der Entwicklung zum Ziel haben vor und beantwortete Fragen der Zuhörerschaft.

Daraus entwickelte sich eine vornehmlich von kritischer Stimmung geprägte Diskussion, die vor allem folgende Befürchtungen offen legte:

Das Vorhaben bringt ein nahezu unkalkulierbares finanzielles Risiko für die Stadt Wunstorf mit sich, da kaum ein privat finanzierter Entwicklungsträger zu finden sei, der zwar die Entscheidungsgewalt bei der Stadt ließe aber im Gegenzug tatsächlich das volle finanzielle Risiko tragen würde.

Für den Verlust der landwirtschaftlichen Flächen gibt es keine Ersatzgebiete, der Grundsatzbeschluss enthält außer der Feststellung des Sachverhaltes selber keine Lösungsansätz oder ausreichende Willenserklärung das Problem anzugehen.
  • Landwirtschaftliche Betriebe würden durch die Bebauung des rd. 1.300.000m² großen Gebietes aus Luthe verdrängt, hierdurch ergeben sich u. a. auch Folgeprobleme, wie z. B. die weitere Bewirtschaftung von Flächen im Überschwemmungsgebiet der Leine und die damit verbundene Landschaftspflege sowie die nach Hofaufgaben möglicherweise anstehenden Bebauungen innerorts, die schon in der Vergangenheit zu massiven Konflikten im Ort geführt haben.
  • Trotz aller Beteuerungen der Befürworter wird weiterhin angezweifelt, dass die Ansiedlung von rd. 3000 Arbeitsplätzen im Logistikbereich erstrebenswert ist, da weiterhin davon ausgegangen wird, dass vorwiegend auf Leiharbeit und Niedriglohn basierende Arbeitsplätze entstehen werden. Dies wird u. a. auch dadurch bestätigt, dass die Planungen auf die Ansiedlung von Teilbetrieben abzielen, d. H.  Hallengebäude geplant sind, Verwaltungsgebäude dagegen nicht erwähnt werden. Befürchtet wird in diesem Zusammenhang, dass die dort beschäftigten Arbeitnehmer zunehmend von steuerfinanzierten Transferleistungen, die teilweise wiederum von der Stadt Wunstorf zu erbringen wären, abhängig sein werden.
  • Auch das vermutete neue Gewerbesteueraufkommen wird stark angezweifelt. So wird gern damit argumentiert, das aus einem Quadratmeter gewerblich genutztem Boden mehr direktes Steueraufkommen generiert werden kann als wenn dieser landwirtschaftlich genutzt wird, doch wieviel an Gewerbesteuer tatsächlich fließen wird, ist mehr als fraglich, denn wenn lediglich Teilbetriebe angesiedelt werden, erfolgt eine Aufteilung des Gewerbesteueraufkommens über die Lohnsummen aller Teilbetriebe - was wiederum die hierbei nicht berücksichtigte Leiharbeit und das Fehlen von Verwaltungen zu einem Standortnachteil aus Sicht der Stadt Wunstorf werden lässt. Ohnehin wird duch die massive Ansiedlung von Logistikbetrieben bei der Gewerbesteuer eine deutlich geringere Nachhaltigkeit befürchtet, als wenn eine Durchmischung eines Gewerbegebietes
  • Drastische Verschlechterung der Verkehrsverhältnisse in Luthe und Kolenfeld durch den zunehmenden LKW-Verkehr sowie durch wartende LKW in Seiten-, Nebenstraßen und Feldwegen, wie es jetzt und insbesondere um Pfingsten herum bereits beobachtet wurde.
Besondere Kritik wurde auch an den Ratsmitgliedern laut, die bereits ihre Zustimmung zum Grundsatzbeschluss signalisiert hatten. Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass auf Seiten der Grünen die Entwicklung des Gebietes als trimodaler Standort, also Vernetzung von Bahn, Straße und Wasserstraßen als Verkehrswege, beworben wird, während bei den vorgestellten Plänen schon deutlich wird, dass diese Entwicklung als unrealistisch eingeschätzt und sich im Hinblick auf die Anbindung an den Mittellandkanal auf eine einfache Entladestelle beschränken wird.

Nicolai Balzer und Cornelia Fricke aus der CDU-Fraktion im Stadtrat Wunstorf stellten ihre Ablehnungsgründe zu diesem Grundsatzbescluss detallliert dar und warben von allem für eine nicht auf Logistik konzentrierte Ansiedlung von Gewerbe unter Berücksichtigung der Interssen der Luther Bürger und insbesondere der Landwirte.

Stellvertretend für den CDU-Ortsverband Luthe stellte H.-G. Kück klar, dass es keine Zustimmung zu diesem Grundsatzbeschluss geben könne, solange zwar das Planungsziel konkret vorgegeben, aber für die diversen Problemstellungen nicht einmal Ansätze von Lösungen umrissen werden. Nicht nur die direkten Auswirkungen auf den Ort Luthe seien hoch, auch das finanzielle Risiko für die gesamte Stadt Wunstorf sei unverantwortlich.